Wir suchen Antworten

Hier finden Sie Bücher rund um die Thematik: "DDR; Stasifamilie; Traumata; Verstehen lernen; politische Haft und weitere Themen. Die Reihenfolge bitten wir nicht als Wertigkeit anzusehen.



 

Dass der Staatssicherheitsdienst der DDR die Menschen in Ostdeutschland umfassend observierte, kontrollierte und schikanierte, ist bekannt. Weitgehend unbekannt ist, in welchem Maße das Klima aus Misstrauen, Angst und Kontrolle auch die eigenen Familien der Stasi-Mitarbeiter betraf. Die Journalistin Ruth Hoffmann zeigt auf der Grundlage zahlreicher Interviews und intensiver Recherchen erstmals, wie sich die beklemmende Atmosphäre der Totalüberwachung auf den Familienalltag der Stasi-»Hauptamtlichen«, vor allem auf die betroffenen Kinder ausgewirkt hat. Was wussten, was ahnten diese Kinder von der Tätigkeit ihrer Eltern? Welche Auswirkungen hatte deren geheime Mission auf das Familienleben? Wie gingen sie mit der Tatsache um, dass ihr Vater bei der Stasi war? Diesen Fragen geht Ruth Hoffmann in ihrem bewegenden Buch nach. Ausführlich kommen Betroffene zu Wort. Dabei wird deutlich, wie nachhaltig diese Kinder von der Stasi-Tätigkeit eines Elternteils oder Familienmitglieds geprägt wurden. Von Verdrängung über den Bruch mit den Eltern bis zu schweren psychischen Störungen reichen die Folgen. Es ist Ruth Hoffmanns Verdienst, dieses leidvolle Thema auf behutsame Weise öffentlich zu machen.

 

Wie Kriegsenkel heute ihr biografisches Erbe erkennen und nutzen

Kraft zu Aufbruch und Veränderung: Die Ressourcen der Kriegsenkel

Aufgewachsen mit traumatisierten Eltern, die als Kinder Krieg und Flucht erlebt haben, ist die Generation der Kriegsenkel in den letzten Jahren verstärkt in den Blick geraten. Doch ist das ganz besondere Erbe, das sie tragen, nur belastend? Durch ihre Familiengeschichte und besondere Sozialisation haben viele von ihnen eine mentale Ausstattung entwickelt, die es ermöglicht, mit heutigen Herausforderungen besser umzugehen.

Die systemische Therapeutin Ingrid Meyer-Legrand richtet den Fokus auf die Ressourcen der Kriegsenkel. Viele von ihnen wagen es nicht, beruflich oder privat wirklich anzukommen. Doch dieses »Immer-wieder-neu-Anfangen«, diese Ruhe- und Rastlosigkeit lasst sich auch als Kompetenz betrachten, eine besondere Fähigkeit, flexibel mit Veränderungen umzugehen.


Mit der von der Autorin speziell entwickelten Biografiearbeit wird es möglich, den roten Faden im eigenen Leben zu erkennen. Die innere Erfahrung, immer noch auf der Flucht zu sein, die bei vielen Kriegsenkeln vorherrscht, kann sich auflösen. Das bisherige Leben erscheint als weniger fragmentiert, sinnvoller und kohärent – und nicht selten stellt sich eine Hochachtung vor der eigenen Lebensleistung ein. So lassen sich die einzigartigen Kompetenzen der Generation Kriegsenkel im Umgang mit den Herausforderungen ihrer individuellen Biografie und der Zeitgeschichte wertschätzen und als Chance nutzen.

 


Mehr als 25 Jahre nach dem Mauerfall streiten ehemals politisch Verfolgte noch immer um einen angemessenen Umgang mit den Folgeschäden der SED-Diktatur. Mit den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen wurde der erste Schritt zur Aufarbeitung vollzogen. Dennoch üben zahlreiche Opferverbände Kritik an zu geringen Rentenzahlungen, Defiziten in den Anerkennungsverfahren von haft- und verfolgungsbedingten Gesundheitsschäden und gesellschaftlichen Verharmlosungstendenzen und fordern Nachbesserungen.


Im vorliegenden Buch wird eine umfassende Einordnung der Spätfolgen politischer Traumatisierung in der ehemaligen DDR vorgenommen. Namhafte Expertinnen und Experten äußern sich zu Problemen in der aktuellen Begutachtungspraxis psychischer Traumafolgestörungen sowie zu Besonderheiten der Behandlung im Bereich psychoanalytischer Therapie, Verhaltenstherapie und alternativer Traumatherapiemethodik. Erstmals werden auch die Auswirkungen politischer Verfolgung auf die Familie und die Nachkommen der Opfer in den Fokus der Betrachtung gerückt.

Mit Beiträgen von Karl-Heinz Bomberg, Doris Denis, Ruth Ebbinghaus, Alexandra Evers, Jörg Frommer, Bettina Kielhorn, Stefanie Knorr, Erika Kunz, Frank-Dietrich Müller, Freihart Regner, Carsten Spitzer und Stefan Trobisch-Lütge.

 



Anders als in meinen bisherigen Büchern hat dieses keinen Bezug zur Astrologie. Seit Jahren beschäftige ich mich, selbst betroffen, mit den Folgen einer problematischen Kindheit. Wie befreit man sich von ihren Schatten, wie löst man sich aus der Umklammerung seiner Eltern, selbst wenn diese längst gestorben sind? Nicht nur Missbrauch, sondern auch Gefühle der Verlassenheit, mangelndes Vertrauen, Kränkungen und Bindungsängste bestimmen das spätere Leben. Erst wenn Beziehungen scheitern, man sich als narzisstisch verwundet begreift oder seelisch erkrankt, ahnt man den Einfluss frühester Erlebnisse. Erkennt man gar, dass das ganze Leben bestimmt wurde durch eine nie erkannte Hochsensibilität, dann klärt sich endlich unser rätselhaftes Lebensgefühl und das Unverständnis der anderen. "Alles beginnt in der Kindheit". Wenn man sie verstanden hat, ist Heilung möglich wie ich an mir und anderen erfahren habe. Da ich selbst hochsensibel bin und unter emotionaler Vernachlässigung und fehlendem Verständnis zu leiden hatte, liegt mir diese Thematik besonders am Herzen.



Die DDR war ein Kind des Kalten Krieges und hatte schlechtere Startbedingungen als die Bundesrepublik. Trotzdem sah es eine Weile so aus, als könnte es ihr gelingen, einen eigenen Weg zu gehen. Sie wurde als Uno-Mitglied anerkannt, feierte Triumphe im Sport, und sogar die Weltbank führte sie auf Platz zehn der stärksten Industrienationen. Die Menschen in Ostdeutschland hatten ihre Helden, ihre Träume und Erfolge, aber sie wollten mehr: mehr Freiheit und einen höheren Lebensstandard. Und schließlich wählten sie 1990 die schnelle Vereinigung mit dem Westen. Dieses E-Book handelt von den Jahrzehnten davor, von den Leistungen und Lügen des DDR-Systems, vom Alltag im sozialistischen Deutschland.



Manuela Keilholz, die Gründerin unserer Selbsthilfegruppe hat die Originalversion ihrer Autobiografie aus 2015 „Warum war ich so blind – Rückblick in eine Diktatur und Neuorientierung in die Freiheit“ komplett überarbeitet, weil die Reflektion all dessen, was sie erlebt hat, immer wieder weitere veränderte Ansichten hervorruft.
Es ist deshalb unter dem neuen Titel: "Die DDR, meine Familie und ich" am 14.2.2018 erschienen und  nun nicht ausschließlich auf das Erleben einer Diktatur ausgerichtet, sondern es enthält neue Kapitel zu den familiären Auseinandersetzungen, dem Aufbau einer Selbsthilfegruppe "Stasikinder" und dem Rückzug in ein neues Land, wo sie mit ihrer Vergangenheit ein neues Leben mit Freunden beginnt und eine neue wahre Liebe erfährt. Der Leser kann erfahren, wie sie heute lebt und was ihr wichtig ist.
Durch die vielen Lesungen über ihr Erleben in der DDR und als Stasikind kommen durch Fragen der Zuhörer immer wieder neue Gesichtspunkte hinzu, manchmal fallen ihr heute bestimmte Aussagen über ihre damaligen Ansichten schwer, weil sie inzwischen einen großen Abstand dazu genommen hat. So ist es ihr heute wichtig, ihre Neuorientierung und die heutigen Denkweisen dem Leser deutlich zu machen. So kommentiert sie im neuen Buch manche dieser Textstellen, um dem Leser ihre Selbstreflexion deutlicher werden zu lassen. Was und wie fühle ich mich, bei der einen oder anderen früher getätigten Ansicht, wenn ich heute darüber lese?
Neben den neuen Kommentaren bezüglich mancher Aussagen enthält dieses Buch einen neuen großen Teil, der sich mit den Auseinandersetzungen mit ihrer Mutter und den von ihr zugefügten Verletzungen selbst nach ihrem Tod beschäftigt. Natürlich wird auch viel Neues über ihr heutiges Leben, in einem neuen Land mit neuen Freunden und einer wahren neuen Liebe zu erfahren sein.



Wenn Menschen ihre Angst verlieren, können sie Unglaubliches bewegen

Sie sind jung, sie sind frech, sie verweigern sich dem System und fordern den Staat heraus. Sie wollen sich nicht mehr anpassen. Sie wohnen gemeinsam in Abrisshäusern, planen in langen Nächten am See ihre nächsten Aktionen, drucken heimlich Flugblätter, feiern in ihrer illegalen Nachtbar, bis der Morgen anbricht, und demonstrieren am Tag in der ersten Reihe. Sie werden verfolgt, aber mit jeder neuen Aktion verlieren sie ein Stückchen mehr Angst und die Diktatur an Kraft. Deutschland erlebt von Leipzig aus zum ersten Mal in der Geschichte eine gelungene Revolution.

Die wahre Geschichte einer ungewöhnlichen Gruppe junger Leute, die einen Kampf führen, den andere für aussichtslos halten. Und die spannend zu lesende Nahaufnahme eines wichtigen Augenblicks der deutschen Geschichte.

 

Mit ihrem Bestseller „Das Kind in dir muss Heimat finden“ verhalf Stefanie Stahl Hunderttausenden Menschen dazu, die enorme Kraft der Arbeit mit dem inneren Kind für sich zu entdecken. Dieses Praxisbuch vermittelt nun ein umfassendes Programm für ein starkes Ich:

Schritt 1: Lerne dein Schattenkind kennen – den Persönlichkeitsanteil, der für negative Kindheitserlebnisse und Traumatisierungen steht.
Schritt 2: Stärke dein Erwachsenen-Ich – den rationalen Anteil, der für die Lösung von Problemen unverzichtbar ist.
Schritt 3: Entdecke dein Sonnenkind – den gesunden, starken und fröhlichen Persönlichkeitsanteil.
Mit zahlreichen neuen Übungen sowie 6 heraustrennbaren Schablonen für die individuelle Arbeit mit dem Sonnen- und Schattenkind.

Portrait

Stefanie Stahl ist Diplom-Psychologin und arbeitet in freier Praxis in Trier. Im deutschsprachigen Raum hält sie regelmäßig Seminare zu Bindungsangst, Liebe und Selbstwertgefühl. Mit ihren Büchern wie „Das Kind in dir muss Heimat finden“ oder „Vom Jein zum Ja“ erreicht sie eine riesige Leserschaft. Die Autorin ist eine häufig angefragte Expertin in Presse und Medien.

 


Ein Normopath ist stets normal und angepasst, sein Verhalten überkorrekt und überkonform. Die Zwanghaftigkeit, mit der er den Erwartungen entspricht, verrät indes, dass er ein falsches, ein unechtes Leben führt. Krank ist nicht nur er, sondern vor allem die Gesellschaft, in der er lebt und deren Anpassungsdruck er sich unterwirft - bis er die Gelegenheit gekommen sieht, seine aufgestaute Wut an noch Schwächeren oder am "System" abzureagieren. Der Hallenser Psychoanalytiker und Psychiater Hans-Joachim Maaz ist bekannt für seine brillanten, zukunftsweisenden Analysen kollektiver Befindlichkeiten und gesellschaftlicher Zustände - vom Gefühlsstau, einem Psychogramm der DDR, bis zur narzisstischen Gesellschaft, einer Psycho-Analyse unserer Promi- und Leistungsgesellschaft. In seinem neuen Buch nimmt er Phänomene wie Pegida und AfD, den zunehmenden Hass auf Ausländer, aber auch die Selbstgerechtigkeit der politischen Elite zum Anlass, ein konturenscharfes Bild unseres falschen Lebens zu zeichnen, in dem wir uns lange eingerichtet haben und aus dem uns nun die zunehmende Polarisierung und Barbarisierung unserer sozialen und politischen Verhältnisse herausreißt. Das falsche Leben ist das Buch zur Stunde - Augen öffnend und alles andere als Mainstream.

Portrait:

Hans-Joachim Maaz, Bestsellerautor und seit 40 Jahren praktizierender Psychiater und Psychoanalytiker, war Chefarzt der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik des Diakoniekrankenhauses Halle.

So gelingt die Versöhnung mit der Familie

Die Familiengeschichte heilen - sich selbst heilen.

Viele Menschen sind lange auf dem Weg zu sich selbst, ohne jemals wirklich anzukommen. Sie wollen ihr Potenzial leben und stoßen immer wieder an eine Grenze, die unüberwindbar scheint. Sie erleben seelische oder körperliche Symptome, für die es keine Erklärung gibt.

Die Lösung wartet da, wo niemand sie vermutet hätte: in der eigenen Familiengeschichte. Ob Kriegserlebnisse, Unfälle, verlorene Kinder, Krankheiten oder ungute Geheimnisse - solche Erfahrungen werden weitergegeben, ob wir es wollen oder nicht.

Das bahnbrechende Buch von Mark Wolynn zeigt, wie seelische Erbschaften durch Selbstbehandlung gelöst und integriert werden können. Es ist ein großartiges Selbsthilfebuch, um Traumata zu heilen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Und um sich wieder mit sich selbst zu verbinden und das eigene Leben zurückzugewinnen.

  Portrait  Wolynn, Mark Mark Wolynn ist ein Pionier im Bereich der vererbten Familientraumata mit über 20 Jahre Erfahrung. Als Direktor des Family Constellation Institute in San Francisco schult er Ärzte und behandelt Patienten mit Depressionen, Angstzuständen, Panikattacken, Zwangsneurosen und chronischen Schmerzen. Er lehrte an der University of Pittsburgh, dem Western Psychiatric Institute in Kripalu, dem Omega Institute, dem New York Open Center und dem California Institute of Integral Studies. Er ist ein gefragter Redner und hält weltweit Workshops in Krankenhäusern, Kliniken, auf Tagungen und in Schulungszentren ab.

Am 18. Januar 1979 flüchtet der Oberleutnant des Ministeriums für Staatssicherheit Werner Stiller in die Bundesrepublik Deutschland. Mit sich führt er zwei Koffer geheimer Unterlagen, durch die kurz darauf mehrere Westagenten enttarnt werden. Unter ihnen ist der Vater von Nicole Glocke, Mitarbeiter in den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken. Er wird verhaftet, für die Neunjährige bricht eine Welt zusammen. Über zwei Jahrzehnte später unternimmt die Tochter den Versuch, sich mit den Motiven ihres Vaters auseinanderzusetzen. Doch dieser verweigert die notwendigen Informationen, und die Akten über ihn sind vernichtet. Ihre Recherchen richten sich deshalb zunehmend auf den Mann, der das Trauma ihrer Kindheit ausgelöst hat, Werner Stiller. Sie sucht die Begegnung mit ihm und findet so den Kontakt zu seiner Tochter Edina, die Stiller mit seiner Familie in der DDR zurückgelassen hat. Die rasch wachsende Vertrautheit zwischen den etwa gleichaltrigen Frauen führt zu einem schonungslosen Rückblick auf ihre Vergangenheit und auf die Väter. Sie fühlten sich getäuscht und verlassen und waren lange Zeit gezwungen, sich der Lüge und dem Schweigen zu beugen. Das hat ihr Leben auf unterschiedliche Weise geprägt. Nunmehr versuchen sie, den eigenen Standort zu bestimmen und ohne die Väter ihr wahres Leben zu finden.

Portrait

Nicole Glocke: geboren 1969 in Bochum, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft, 1997 Promotion, 1998-2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundestag, seitdem als Schriftstellerin und Publizistin tätig; lebt in Berlin. Edina Stiller: geboren 1971 in Berlin, Lehre als Fernsprech- und Fernschreibtechnikerin, 1989 Eintritt in die Nationale Volksarmee der DDR, 1990 Übernahme durch die Bundeswehr als Zivilangestellte, 1998-99 Umschulung zur Rechtsanwalts- und Notargehilfin, lebt in Cottbus.

Eine lückenlose Überwachung von Post und Telefon, ein Spitzel in jeder Kneipe, die Verstrahlung von Oppositionellen - es gibt nur wenig, was man der Stasi nicht zutraut. Doch was konnten Mielkes Männer wirklich?

Dass sie alles wussten, mithörten und kontrollierten, vermuteten viele Menschen in der DDR. Die Stasi selbst schürte diesen Mythos, um den Anpassungsdruck zu erhöhen. Nach 1989/90 ist das MfS zudem regelrecht dämonisiert worden. Ließ sich die Verantwortung für die SED-Diktatur auf diese Weise doch bequem auf einer einzigen ihrer Säulen abladen. Ilko-Sascha Kowalczuk erzählt in diesem Buch die Geschichte der Stasi, zeigt, wer ihre Gründer waren und hinterfragt manche der scheinbaren Gewissheiten, die sich mit ihrem Bild verbinden. So liefert er etwa gute Argumente dafür, dass die Zahl der IM nur halb so hoch gelegen haben dürfte, wie gemeinhin angenommen, und dass die Intensität der Postkontrolle und der Einfluss im Westen überschätzt werden. Viel zu lange hat sich die Forschung an den Plänen, Begrifflichkeiten und Kategorien des MfS orientiert. Es wird Zeit für eine Geschichte von unten, die fragt, was die Stasi konkret tat. Die DDR wird nicht Stasi-, sondern vollkommen zutreffend SED-Diktatur genannt.

Portrait                                                                                                           

Ilko-Sascha Kowalczuk, geb. 1967, Dr. phil., Historiker, war sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission "Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit" und arbeitet seit mehreren Jahren als Projektleiter in der Forschungsabteilung der Stasi-Unterlagen-Behörde. Bei C.H.Beck liegen von ihm vor: "Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR" (2009), "Die 101 wichtigsten Fragen DDR" (2009).

 

 

 

 


Die DDR, unsere Eltern und das große Schweigen

Lukas erfuhr erst vor kurzem durch den Anruf eines Unbekannten, dass sein Vater für das Regime spioniert hat. Maximilian fühlt sich wie ein Einwandererkind, dessen Herkunftsland seine Identität prägte, obwohl es nicht mehr existiert. Franziska ringt noch mit der Aufarbeitung der DDR-Geschichte in ihrer Familie.

Dem blinden Fleck in der Geschichte vieler ostdeutscher Familien spürt der preisgekrönte Hörfunk-Journalist Johannes Nichelmann in vielen Begegnungen nach. Die O-Töne wirken wie ein Echolot der problematischen Erinnerungskultur, aus der sich auch die Konstellation für aktuelle gesellschaftlich-politische schieflagen im Osten speist. Es geht dem Autor um eine ehrliche Debatte, um ein lebendiges Erbe der Erinnerungen, das nicht schwarz-weiß gezeichnet ist, sondern auch Zwischen- und Grautöne kennt.

Portrait

  

Johannes Nichelmann, geboren 1989 in Berlin, studierte Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Seit 2008 arbeitet er als freier Reporter, Autor und Moderator für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Zunächst für die RBB-Jugendwelle „Fritz“, später vor allem für Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur sowie zahlreiche ARD-Anstalten, ZDF und ARTE. Für seine Radiodokumentationen hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem den „Kurt-Magnus-Preis der ARD“ für das „junge Lebenswerk“ (2013), den „Robert-Geisendörfer-Preis“ der Evangelischen Kirche (2014) und den „Deutschen Sozialpreis“ (2018).

 

 

 

Gerd Keil wurde im Jahr 1963, in Ostberlin, geboren und schloss die Polytechnische Oberschule in Ostberlin mit der 10. Klasse ab. Während der Schulzeit wird er über Jahre mehrfach sexuell missbraucht. Tatsächlich darüber sprechen, kann er erst 2015 im Rahmen der Traumatherapie.
Nach der Schulzeit erlernte er den Beruf des Elektromonteurs bei der Berliner S-Bahn.
Sein Engagement für Lehrlinge und die Fluchthilfe brachten ihn in das Fadenkreuz der Stasi. Er wurde verraten und nach mehreren Jahren politischer Haft freigekauft.
Gerd Keil beginnt ein neues Leben in Hamburg. Drei Jahre später lernt er seine künftige Ehefrau kennen. Die Ehe wird 1994 geschlossen.
Die Geburten der Kinder Sebastian (1999) und Vivien (2002) folgen, doch die Ehe beginnt zu kriseln.
Nach dem Scheitern der Ehe und vor allem der viel tiefer gefühlten Trennung von den Kindern versuchte er einen Selbstmord.
Er möchte keine Beziehung mehr eingehen, doch dann lernt er Karin und durch sie auch ein Gefühl von Glück und Geborgenheit kennen. Nach fast sechs Jahren fühlt Gerd Keil sich nur noch benutzt und trennt sich.
Im Jahr 2010 findet er seine Kinderfreundin und spätere Jugendliebe Heike wieder. Das Jahr 2013 ist kein gutes. Er erleidet einen Schlaganfall und seine Jugendliebe Heike stirbt an Leukämie. Sehr wahrscheinlich kommt diese Erkrankung aus ihrer Stasihaft.
Jetzt findet die Liebe ihn. Mit Manuela lernt er die Frau kennen, die ihm zeigt, was wirkliche, wahre, echte Liebe ist. Das Glück und die Fügung Gottes hat ihm mit seiner Manuela die Frau gegeben, mit der er glücklich werden wird.
Im Lauf der Traumatherapie, begibt er sich noch einmal zurück in seine Kindheit. Dort wartet auch der sexuelle Missbrauch an ihm, den er über eine Zeit von drei Jahren durch den Bahnhofsleiter bei der Pioniereisenbahn in Ostberlin erlitt.
Mit dem Jahr 2016 ändert sich an den schicksaalhaften Zeiten wenig, was jedoch hinzu kommt ist die immer fester werdende Liebe zwischen Manuela und ihm.
Die Biografie eines schicksaalhaften Lebens.

 

 

Als 1989 die SED-Diktatur gestürzt wurde, hätte niemand gedacht, dass die Staatspartei der DDR zwanzig Jahre später die Geschicke der Bundesrepublik mitbestimmen würde. Doch nach mehrfachen Metamorphosen, dubiosen Verschiebungen ihres Milliardenvermögens und dem obskuren Zusammenschluss mit westdeutschen Altlinken drängt die Partei zurück an die Macht. In welch beunruhigendem Maße es eine personelle, programmatische, organisatorische und finanzielle Kontinuität von der SED zur Partei Die LINKE gibt, dokumentiert Hubertus Knabe in gewohnter Gründlichkeit.

Mit viel Geschick hatten es Parteifunktionäre wie Gregor Gysi oder Lothar Bisky 1989/90 verstanden, die diskreditierte Diktaturpartei zu retten und die Misere, die vierzig Jahre Sozialismus hinterlassen haben, anderen in die Schuhe zu schieben. Das Milliardenvermögen der SED, bis heute angeblich unauffindbar, wurde auf Auslandskonten verschoben. Durch wiederholte Namensänderung wurde die SED-Herkunft verschleiert - noch heute sind gut die Hälfte der Mitgliedschaft alte SED-Genossen, darunter zahllose Stasi-Mitarbeiter. Das Parteiprogramm wurde auf Verfassungskonformität getrimmt, strebt in Wahrheit aber eine andere Republik an. Die jahrelang vergeblich betriebene Westausdehnung wurde schließlich mit Hilfe der WASG-Gründung und der populistischen Tiraden von Ex-SPD-Chef Lafontaine doch noch bewerkstelligt. Rechtzeitig zur Bundestagswahl leuchtet Knabe hinter die Kulissen einer Partei, die die Öffentlichkeit wie keine andere über ihr wahres Innenleben zu täuschen versteht und nicht zuletzt deshalb auf eine völlig unkritische Haltung der bundesdeutschen Medien trifft.

Rheinischer Merkur: „Ein längst fälliges Buch“

Zwanzig Jahre nach dem Untergang der DDR drängt eine Partei an die Macht, die in Deutschland erneut den Sozialismus einführen will. Hervorgegangen aus der SED, will „die Linke“ die gescheiterten Konzepte der Vergangenheit noch einmal ausprobieren. Knabe analysiert schonungslos die Geschichte einer Partei, die die Demokratie in Gefahr bringt. Ein Buch für alle, die sich um die politische Zukunft Deutschlands Sorgen machen.

Gerd aus unserer Gruppe meint: „Die sich keine Sorgen machen, sollten es erst recht lesen“.


Preiselbeertage

Schweden: Das ist für Ariane das Land ihrer Kindheit, das Land mit dem roten Holzhaus ihrer Eltern am See, das Land der Preiselbeeren. Aber auch das Land, in dem sie nie wirklich zu Hause war, anders als ihre pragmatische Mutter und die lebensfrohe Schwester Jolante.
Seit Jahren war Ariane nicht mehr in Schweden. Gleich nach der Schule ist sie nach Deutschland ausgewandert, die ursprüngliche Heimat ihrer Eltern. Die waren nach der Wende aus der DDR nach Småland gezogen und sprachen nur selten von ihrem alten Leben.
Dann bekommt Ariane die Nachricht vom plötzlichen Tod ihres Vaters - und von einem Manuskript, das er ihr vererbt hat. Doch das scheint spurlos verschwunden. Gegen jede Vernunft geht Ariane zurück nach Schweden und hofft, dort endlich herauszufinden, wohin ihr Herz gehört.

Portrait

Lund, Stina
Stina Lund wurde 1970 als Tochter einer deutschen Mutter und eines schwedischen Vaters in Vimmerby geboren. Sie wuchs in der Kleinstadt in Småland auf und verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in der Buchhandlung der Eltern. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Buchbinderlehre und studierte anschließend Buchwissenschaften. Danach arbeitete sie als freiberufliche Restauratorin. Nach der Geburt ihrer Zwillinge gab sie diese Tätigkeit auf und widmete sich dem Schreiben. Heute lebt Stina Lund mit Mann, Kindern und Hund in der Nähe von Münster.